Skip to main content Skip to footer Skip to navigation

Geschichte

Stand: 26.08.2026


Entwurf: Zeitstrahl der Chrischona-Gemeinde Brugg

1. Vorgeschichte & Anfänge (1895–1902)

  • 5. Juli 1895: Friedrich Köhler (Chrischona-Prediger aus Adliswil) besucht die neu nach Brugg gezogene Familie Schaffner (Spitalgasse 2 / «Schmiede»).

  • 1. August 1895: Erste offizielle Bibelstunde im Heim der Familie Schaffner in Brugg.

  • 8. Januar 1898: Gründung eines ersten kleinen gemischten Chores.

  • 1898 (Nov./Dez.): Erste Evangelisationsvorträge in Remigen (später regelmässige Bibelstunden ab 1899).

  • 31. August 1899: Robert Maurer übernimmt als erster fest angestellter Verkündiger den Dienst in Brugg (Einsetzung mit ca. 60 Personen).

  • November 1899: Die Versammlungen verlegen ihren Ort in das Haus von Frau Leder, da die Räume bei Familie Schaffner zu klein wurden.

  • 1900: Erste Erwähnung der Sonntagschularbeit in Brugg.

  • 21. Januar 1901: Erster Impuls zum Bau einer eigenen Kapelle sowie die erste Spende von Fr. 1'000.–.

  • 16. März 1901: Kauf des Bauplatzes für die Kapelle in Brugg.

  • 1901 (Sommer): Gründung des «Opfervereins» (Glieder sparen täglich 5 Rappen für den Bau). Baubeginn am 15. Juli, Aufrichte am 28. September.

  • 1. Januar 1902: Erste Versammlungen im Neubau der Kapelle.

  • 25. Mai 1902: Feierliche Einweihung der Kapelle mit Predigerwohnung.

2. Gründung & Konsolidierung (1903–1920)

  • 12. März 1903: Wahl des ersten Brüderrates (4 Männer übernehmen zusammen mit dem Prediger die Leitung).

  • 3. Mai 1903: Offizielle Gründung der «Chrischona-Gemeinschaft Brugg» mit 45 Gründungsmitgliedern.

  • 31. Mai 1903: Gründung der Aussenstation Schöfflisdorf ZH durch Robert Maurer (später selbständig).

  • 1903–1949: Regelmässige Versammlungen am Bözberg.

  • 1905: Wechsel in der Gemeindeleitung: Hermann Zacher folgt auf Robert Maurer.

  • 1905–1915: Übernahme der Versammlungen in Veltheim (zuvor durch die Evang. Gesellschaft des Kts. Bern).

  • 1906–1954: Anfänge der Zusammenkünfte in Hottwil durch Seelsorge am Krankenlager eines Herrn Wernli.

  • 1911: Beginn der Bibelstunden in Vogelsang (in der Bauernstube der Familie Wertmüller).

  • 1915: Johannes Surer wird neuer Prediger der Gemeinde.

3. Wachstum & Ausbau (1921–1950)

  • 1922: Otto Zubler übernimmt den Predigerdienst.

  • 1922–1948: Die Zusammenkünfte in Vogelsang verlegen ihren Ort ins örtliche Schulhaus.

  • 1924: Erste Erwähnung von zwei strukturierten Jugendbünden (10–15 Jahre und über 15 Jahre).

  • 1925–1970: Beginn der Arbeit in Bözen (inkl. Sonntagschule ab 1925 durch Olga Brack).

  • 1926/1927: Kauf und Ausbau einer eigenen Liegenschaft für die Versammlungen in Veltheim.

  • 11. November 1928: Erste Bibelstunde in Villigen (in einer leer stehenden Küferei, später im Haus Vogt).

  • 1930: Emil Werthmüller wird Prediger in Brugg.

  • 1937: Adolf Handschin tritt den Predigerdienst an.

  • 1945: Emil Heiniger wird neuer Prediger der Gemeinde.

  • 1947: Evangelisation im Schloss Auenstein (Ausgangspunkt für regelmässige Gottesdienste/Bibelstunden in Auenstein).

  • 1949: Gründung eines Jugendbundes in Remigen (bestand ca. 10 Jahre).

4. Modernisierung & Erweiterung (1951–1999)

  • 1953: Gründung des Posaunenchores Brugg.

  • 1954: Grosser Umbau der Kapelle in Brugg: Umfassende Renovation und Anbau der Eingangshalle mit Untergeschoss.

  • 1956: Hans Wäfler übernimmt den Predigerdienst.

  • 1966: Otto Schmid wird neuer Prediger.

  • 1967: Die Bibelstunden in Vogelsang finden neu bei Familie Anner-Ingold statt.

  • 1973: Paul Herren tritt den Predigerdienst an.

  • März 1978: Namensanpassung / Wandel von der Chrischona-Gemeinschaft zur Chrischona-Gemeinde Brugg.

  • 30. April 1978: Festgottesdienst zum 75-jährigen Jubiläum der Gemeinde und ihrer Kapelle.

5. Jahrhundertwende & Neuausrichtung (2000–2003)

  • 2003: 100-Jahr-Jubiläum unter dem Motto «Jesus bewegt». Die Gemeinde ist als Evangelische Freikirche fest in Brugg verankert.

Übersicht der Prediger (Chronologie)

  • 1895–1899: Friedrich Köhler (von Adliswil aus)

  • 1899–1905: Robert Maurer (erster Prediger vor Ort)

  • 1905–1915: Hermann Zacher

  • 1915–1922: Johannes Surer

  • 1922–1930: Otto Zubler

  • 1930–1937: Emil Werthmüller

  • 1937–1945: Adolf Handschin

  • 1945–1956: Emil Heiniger

  • 1956–1966: Hans Wäfler

  • 1966–1973: Otto Schmid

  • 1973–1979: Paul Herren

  • 1979–1983: Georges Blase

  • 1983–1985: Max Schneider

  • 1985–1990: Thomas Richner

  • 1990–2005: Bernhard Ganz

  • 2005–2017: Herbert und Marianne Baumberger

  • ab 2017: Simon und Miriam Rohr

Vorschlag für weitere Schritte:

  1. Fehlende Jahre ergänzen: Die Festschrift 2003 blickt vor allem zurück. Fehlen euch Daten aus der Zeit zwischen 1978 und 2003 oder der Verlauf von 2003 bis heute (2026)?

  2. Kategorisierung: Sollen im finalen Zeitstrahl Meilensteine farblich getrennt werden (z. B. Gebäude & Bau, Personen & Leitung, Aussenstationen, Gruppen & Chöre)?


75 Jahre Chrischona-Gemeinde Brugg

PDF ansehen

(Abbildung: Wappen der Stadt Brugg)

"Darin ist die Liebe Gottes zu uns offenbar geworden, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben."

1. Joh. 4, 9

ZUM GRUSS

Eine befestigte Brücke – das ist das Wappenzeichen des Städtchens Brugg am bekannten historischen Aareübergang. Hier und in einigen Orten der Umgebung haben wir als Chrischona-Gemeinde unseren Lebens- und Wirkungskreis.

Vor 75 Jahren, am 3. Mai 1903, wurde unsere Gemeinde offiziell gegründet, nachdem bereits ein Jahr zuvor die Kapelle mit Wohnung eingeweiht werden konnte. So gilt unser Jubiläum beidem: der Gemeinde und ihrer Heimstätte.

Wir freuen uns, liebe Freunde und Glieder, Ihnen diese Festschrift zu überreichen. Sie sagt Ihnen einiges über das Gestern und Heute unserer Gemeinde und über ihren Platz im Missionswerk St. Chrischona. Sie bringt auch Stimmen aus unserer Mitte zu Gehör und schliesst mit einigen grundsätzlichen Gedanken zum Thema «Gemeinde».

Die Brücke im Wappenzeichen soll uns ein Gleichnis sein: Durch seinen Sohn Jesus Christus hat Gott die rettende Brücke zu uns verlorenen Menschen geschlagen. Das ist der Grund, warum wir den Mut und die Kraft haben, das Zeugnis von der Liebe Gottes in die Welt hineinzutragen.

Brugg, im März 1978

Paul Herren

GESTERN

Entstehung und Entwicklung in den ersten Jahren

Im Jahre 1895 zog eine Familie Schaffner aus der Umgebung von Rüschlikon nach Brugg. Am alten Wohnort besuchte das Ehepaar die Versammlungen von Friedrich Köhler, Chrischona-Prediger in Adliswil, der die Familie anlässlich einer Durchreise am 5. Juli 1895 in Brugg aufsuchte. Herr und Frau Schaffner hätten auch am neuen Wohnort gerne wieder eine Bibelstunde besucht. Es bot sich jedoch keine Gelegenheit dazu. Sie sagten dies ihrem früheren Seelsorger, der sich anerbot, ab und zu nach Brugg zu kommen. Am 1. August des gleichen Jahres fand im Heim von Familie Schaffner, die in der «Schmiede» (heute: Spitalgasse 2) wohnte, die erste Bibelstunde statt.

Man mag sich heute fragen: Gab es denn in Brugg wirklich keine solche Möglichkeit, tiefer in Gottes Wort eingeführt zu werden, um es zur Glaubens- und Lebenshilfe werden zu lassen? Dies war offenbar nicht der Fall. Um dies zu verstehen, müssen wir uns bewusst werden, welcher Zeitgeist um die Jahrhundertwende herrschte. Man stand unter dem Eindruck der gewaltigen wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts. In optimistischer Hochstimmung glaubte man, mittels Wissenschaft und Technik, alle noch anstehenden Probleme lösen zu können. Blinde Wissenschaftsgläubigkeit beherrschte auch die Theologie. Der Bibel, so dachte man, kann nicht mehr wie bisher geglaubt werden. Biblische Inhalte, die man mit den damaligen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht vereinbaren konnte, wurden nicht mehr ernstgenommen. Diese Entwicklung führte mancherorts bis zur Auflösung des christlichen Glaubensgutes.

Vor diesem Hintergrund geistlicher Not taten die Verkündiger ihren Dienst, die von St. Chrischona bei Basel ausgesandt wurden.

Dort war schon Jahrzehnte zuvor als Frucht der Erweckungsbewegung des Pietismus eines von zahlreichen christlichen Werken entstanden: eine «Evangelistenschule» – und zwar mit der Begründung, dass die Christen nicht wieder zu Heiden werden dürfen. Durch die Verkündigung der ganzen biblischen Botschaft sollten Menschen zum Glauben an Jesus Christus hingeführt und darin gefestigt werden.

Auch in Brugg entsprach dieser Dienst einem Bedürfnis. Der Kreis nahm zu, und die Versammlungen wurden regelmässiger, schliesslich wöchentlich durchgeführt z. T. unter Mithilfe von St. Chrischona. Es konnte sogar ein kleiner gemischter Chor gegründet werden (8. Januar 1898).

Am 31. August 1899 übergab Friedrich Köhler den Verkündigungs- und Seelsorgedienst an Robert Maurer, der gerade seine vierjährige Ausbildung auf St. Chrischona abgeschlossen hatte und in Brugg Wohnsitz nahm. Anlässlich seiner Einsetzung waren etwa 60 Personen zugegen.

Familie Schaffner war inzwischen an die Spiegelgasse und von dort an die Vorstadt Nr. 57 umgezogen. Die Zusammenkünfte in ihrer Wohnung führten nebst anderem zu diesen Wechseln, was aber das Ehepaar nicht davon abhielt, diese weiter zu beherbergen. Ein grösseres Lokal liess sich im November 1899 im Haus einer Frau Leder finden.

Am 21. Januar 1901 erhält Robert Maurer von einem Kollegen den ersten Anstoss zum Bau einer Kapelle als festen Versammlungsort. Gleichentags wird ihm eine Gabe von Fr. 1000.– zugunsten des Baus überreicht. Wenige Tage später stösst das Bauanliegen in der Versammlung auf ein freudiges Echo, und bald darauf ist die erste Gabe mehr als verdoppelt. Am 16. März wird der Bauplatz gekauft. Von St. Chrischona aus werden 15 000.– an den Bau gestiftet ...

... unter der Bedingung, dass ein Betrag in gleicher Höhe zur Finanzierung des Vorhabens gesichert werden soll. Darauf wird ein «Opferverein» gegründet, dessen Glieder sich verpflichten, jeden Tag 5 Rp. zugunsten des Kapellenbaus auf die Seite zu legen. So sollten jährlich mindestens Fr. 1000.– zusammenkommen. Dieser Finanzierungsplan wird akzeptiert und der Bau freigegeben. Am 15. Juli wird mit den Fundamenten begonnen, und schon am 28. September wird Aufrichte gefeiert. Die beiden ersten Versammlungen in der neuen Kapelle finden am Neujahrstag 1902 statt. Die Freude ist gross. Als «eine schöne und erhebende Feier» geht die Einweihung vom 25. Mai in der Erinnerung der Beteiligten ein.

Gründung «einer geschlossenen Gemeinschaft nach den Statuten von St. Chrischona zur Beratung den Abendmahlsgästen vorzulegen und zu befürworten». Bei der Gründung am 3. Mai traten dann der Gemeinschaft 45 Mitglieder bei. Im März 1905 verliess Robert Maurer Brugg, um einem Ruf in die Vereinigten Staaten zu folgen. Sein Nachfolger wurde Hermann Zacher.

Im Frühjahr darauf, am 12. März 1903, wurde ein Brüderrat gewählt. Die vier Gewählten übernahmen in Zusammenarbeit mit dem Prediger die leitenden Aufgaben. In der ersten Sitzung, am 17. März, wurde beschlossen, die ...

(Foto-Unterschrift: Unsere Kapelle in früheren Jahren)

(Fotos: Familie Zacher)

Die Aussenstationen

Zuerst seien die heute noch bestehenden genannt:

Im November und Dezember 1898 hielt Robert Maurer in Remigen je einen Evangelisationsvortrag. Ab 1899 besuchte er den Ort vierzehntäglich. Im Januar wurde eine erste Reihe von Evangelisationsversammlungen durchgeführt. Die Zusammenkünfte fanden im Lauf der Zeit bei Familie Hinden, Fräulein Baumann, Familie Fehlmann und Familie Traub statt, wo wir uns heute zu einer wöchentlichen Bibelstunde treffen. Ab 1949 bestand in Remigen etwa zehn Jahre lang ein Jugendbund.

Die Zusammenkünfte in Veltheim begannen beim Pächterhaus von Schloss Wildenstein durch die Evang. Gesellschaft des Kts. Bern, von wo der damalige Pächter zugezogen war. Zwischen 1905 und 1915 wurden sie der Chrischona-Gemeinschaft Brugg übergeben. 1926/27 konnte, nachdem etwa drei Jahre lang in Veltheim ein Raum gemietet worden war, dort eine Liegenschaft erworben und ausgebaut werden. 1923 begann ein kleiner gemischter Chor sein Wirken, der bis gegen Ende der Sechzigerjahre bestand. Heute finden wir uns dort je vierzehntäglich zu Bibelstunden und Abendgottesdiensten zusammen.

Am 11. November 1928 fand in Villigen in der damaligen leerstehenden Küferei oberhalb der Kirche die erste Bibelstunde statt. Später wurden die Zusammenkünfte in ein Haus von Familie Vogt an der Strasse gegen Remigen verlegt, wo sie bis heute zweiwöchentlich stattfinden.

In Vogelsang fiel der Beginn auf 1911. Familie Wertmüller stellte ihre Bauernstube zur Verfügung. Nachdem man für die Jahre 1922 bis 48 in das Schulhaus gezogen war, finden seit 1967 alle zwei Wochen Bibelstunden im Haus der Familie Anner-Ingold statt.

1947 fand eine Evangelisation im Schloss Auenstein statt, die zum Ausgangspunkt von vierzehntäglichen Sonntagsversammlungen wurde. Heute treffen wir uns alle zwei Wochen zu einem Abendgottesdienst im alten Schulhaus und dazwischen zur Bibelstunde im Haus des Ehepaars Hochstrasser-Käser.

(Fotos: Fam. Werthmüller)

Folgende Aussenstationen bestehen heute nicht mehr:

Am Bözberg fanden 1903–49 an verschiedenen Orten Versammlungen statt. In Hottwil wurde im Jahr 1906 der Seelsorgedienst am Krankenlager eines Herrn Wernli der Anfang der Zusammenkünfte, die bis 1954 bestanden. Eine Zeitlang fand sich dort auch ein kleiner Chor zusammen. Die Tätigkeit in Bözen erstreckte sich über die Jahre 1925–70. Man fand sich im Haus von Familie Brack-Baumann und eine Zeitlang im Schulhaus zusammen. Ebenfalls 1925 begann dort unter der Leitung von Fräulein Olga Brack die Sonntagschule, die durch Jahrzehnte von einer grossen Schar Kinder besucht wurde und in den Fünfzigerjahren an die Kirchgemeinde überging.

Zum Schluss noch Versammlungsorte, die früher einmal von Brugg her betreut wurden, jetzt aber selbständig sind, bzw. in der näheren Umgebung einen Anschluss gefunden haben: Schöfflisdorf ZH (Gründung durch Robert Maurer am 31. Mai 1903), Boppelsen ZH, Niederlenz und Kölliken.

Zur gesamten Entwicklung

In all den Jahren wurde durch zahlreiche Evangelisationsversammlungen die frohe Botschaft immer wieder in grössere Zuhörerkreise hineingetragen. Dadurch haben viele Menschen eine Lebensbeziehung zu Jesus Christus gefunden und seine neuschaffende Kraft erfahren. Ältere Berichte und Zeitungsausschnitte sagen uns auch von Widerständen, die da und dort von verschiedener Seite her aufbrachen, vor allem im Zusammenhang mit der Eröffnung neuer Versammlungsorte.

Möglichkeit zu aktiver Betätigung boten die verschiedenen Chöre. Neben deren Einsatz in den regulären Veranstaltungen wurden auch immer wieder besondere, musikalisch gestaltete Gottesdienste in verschiedenen Kirchen von Brugg und Umgebung durchgeführt. Zusätzlich zum bereits Erwähnten ist hier noch der Posaunenchor zu nennen (gegründet 1953). Zeitweise bestand auch ein Männer- und ein Gitarrenchor.

(Fotos: Familie Heiniger, Familie Wäfler, Otto Schmid)

Neben dieser evangelistischen Tätigkeit, Gottesdiensten und Bibelabenden, weisen die in früheren Berichten erwähnten «Teefeste» und später andere festliche Zusammenkünfte verschiedener Art auf besondere Stunden froher Gemeinschaft hin.

Im Jahre 1900 wird erstmals die Sonntagschularbeit erwähnt, und in einem Bericht von 1924 lesen wir erstmals von zwei Jugendbünden für 10–15jährige und für über 15jährige.

Im Laufe der Zeit musste auch unsere Liegenschaft durch Ausbau und Renovationen den neuen Bedürfnissen immer wieder angepasst werden. Die umfangreichsten Arbeiten fallen ins Jahr 1954 (Renovation der Kapelle und Anbau der Eingangshalle mit Untergeschoss).

"... Gott aber hat uns das Gedeihen gegeben."

1. Kor. 3, 6

(Fotos: Familie Herren, Kapellenraum nach der Renovation)

Folgende Prediger taten in unserer Gemeinde den Verkündigungs- und Seelsorgedienst:

  • Friedrich Köhler (von Adliswil aus): 1895–1899

  • Robert Maurer: 1899–1905

  • Hermann Zacher: 1905–1915

  • Johannes Surer: 1915–1922

  • Otto Zubler: 1922–1930

  • Emil Werthmüller: 1930–1937

  • Adolf Handschin: 1937–1945

  • Emil Heiniger: 1945–1956

  • Hans Wäfler: 1956–1966

  • Otto Schmid: 1966–1973

  • Paul Herren: ab 1973

Unsere Jubiläumsfeier am 30. April 1978 soll ein Dankeszeichen sein für all den Segen, der uns von Gott durch all die Jahrzehnte hindurch zuteil wurde. Dabei denken wir auch dankbar an alle, die sich in freudigem Dienst von ihm brauchen liessen, damit sein Werk vorangehen und gedeihen konnte. Auch in Zukunft wollen wir mit Gottes reichem Beschenken und Bewahren rechnen und unseren Anteil am Auftrag der christlichen Gemeinde mit Freuden tun.

HEUTE

«Ihr seid das Licht der Welt.»

«Ihr seid das Salz der Erde.»

So formulierte Jesus in der Bergpredigt den Auftrag seiner Gemeinde. Was wir als Gemeinde tun, soll dazu dienen, diesen Auftrag zu erfüllen. Als Menschen, deren Leben durch Jesus Christus hell geworden ist und als Träger der frohen Botschaft wollen wir Licht sein in dieser Welt. Durch ein Leben der Nachfolge Christi, geprägt von der Gegenwart des lebendigen Herrn, wollen wir wirksam sein in unserer Umgebung.

Die Gottesdienste (Brugg, Auenstein, Veltheim) schenken uns neue Ausrichtung auf Jesus Christus und Zurüstung zum Dienst als Christen. Stärkung und Freude wird uns aus dem Hören auf Gottes Wort, aus dem Beten, Loben und Danken zuteil.

In den Bibelstunden (zusätzlich in Remigen, Villigen und Vogelsang) wollen wir Gottes Wort noch besser kennenlernen und es miteinander ins Leben hinein übertragen. Sie bieten Möglichkeiten zum Gespräch und sollen zum persönlichen Forschen in der Bibel anleiten.

Sonntagschule, Jungschar, Jugendbund und biblischer Unterricht dienen dazu, die Jugend in den verschiedenen Altersstufen mit der frohen Botschaft bekanntzumachen und bieten Möglichkeiten zum Erleben christlicher Gemeinschaft.

Der gemischte Chor und der Posaunenchor haben Teil an der Verkündigung und am Lob Gottes durch das Lied und die Musik.

In der persönlichen Seelsorge geschieht Zuspruch des Wortes Gottes an den einzelnen sowie Beratung. Gelegenheit dazu bieten auch die Hausbesuche, die in erster Linie Kranken, Betagten und Einsamen sowie Menschen in besonderen Lebenssituationen gelten. Sie schaffen aber auch ganz allgemein die persönliche Beziehung zwischen Gemeindegliedern und Seelsorger.

"...und siehe ich bin bei euch alle Tage, bis an das Ende der Welt."

Matt. 28, 20

(Foto-Unterschrift: Kapellenvorplatz mit Gottesdienstbesuchern)

Das Gebet ist der Herzschlag der Gemeinde. Verschiedene Gebetskreise bieten die Möglichkeit zum gemeinsamen Gebet. Die Bedürfnisse der Gemeinde, der inneren und äusseren Mission sowie des einzelnen, werden dort miteinander vor Gott gebracht.

Missionsabende und -gottesdienste helfen uns, die Verantwortung für die weltweite Mission wahrzunehmen. Besonders verpflichtet sind wir den Missionaren aus unseren Reihen:

  • Sieglinde Frei, Südthailand (Überseeische Missionsgem.)

  • Schwester Sonja Dürrenmatt, Nordkamerun (Vereinigte Sudanmission)

  • Hanna Traub, Kwangogebiet von Zaire (Evang. Mission im Kwango)

Ohne die nötigen finanziellen Mittel würde unsere Arbeit bald stillstehen. Unsere Bedürfnisse für Gehälter, Liegenschaften und allgemeine Unkosten werden ganz durch freiwillige Gaben gedeckt. Wir freuen uns, dass wir darüber hinaus auch das Werk der Pilgermission St. Chrischona und die äussere Missionsarbeit unterstützen können.

Die Evangelisationswochen geben Menschen aus unserem Kreis und um uns herum Anstoss zur Nachfolge Jesu.

Einige Gemeindeglieder tragen die frohe Botschaft in Form von Literatur weiter: durch das «Volksblatt» sowie durch Bücher und Tonbandkassetten werden Menschen aus verschiedensten Bereichen erreicht.

Bibelwochen und Kurse dienen der Glaubensvertiefung und der Zurüstung zum Dienst.

Die Gemeindeleitung liegt in den Händen des von der Gemeinde gewählten Brüderrates. Ihm gehören sieben Männer an (Prediger eingeschlossen). Er trägt die geistliche und materielle Verantwortung.

Soweit die wichtigsten Ausdrucksformen des Gemeindelebens. All dies wäre undenkbar ohne tatkräftiges Engagement von Gemeindemitgliedern. Wohl fallen eine Reihe von Aufgaben hauptsächlich dem Prediger zu. In jedem der aufgezählten Dienste stehen jedoch Gemeindeglieder in der Mitarbeit. Dennoch gibt es gerade hier noch viel zu tun: die verantwortliche Mitarbeit muss noch eine breitere und zugleich tiefere Verankerung in der Gemeinde finden.

Weiter ist es nötig, dass wir es wieder vermehrt lernen, den Weg zu den Menschen zu finden, die dem Evangelium und der christlichen Gemeinde entfremdet sind, um ihnen in verständlicher und glaubhafter Weise das Zeugnis von Jesus Christus weiterzugeben.

Gott bewahre uns davor, dass wir es uns im engeren Kreis bequem machen und er schenke es uns, dass wir die Bedürfnisse und Möglichkeiten unserer Zeit sehen und uns als seine Werkzeuge brauchen lassen.

AUS UNSRER MITTE

In zwei Gottesdiensten wurden die Gemeindeglieder aufgerufen, für diese Festschrift in einigen Zeilen festzuhalten, was Ihnen die Zugehörigkeit zur Gemeinde bedeutet und was sie ihr für die Zukunft wünschen. Einige liessen sich dafür gewinnen, wobei das Schreiben den Frauen offensichtlich leichter gefallen ist! Aus allen eingegangenen Beiträgen ist hier mindestens ein Auszug wiedergegeben:

Ein älteres Gemeindeglied:

Es bedeutet mir sehr viel, Gemeinschaft mit Menschen zu haben, deren Ziel Ewigkeitswert hat. Man trägt Freude und Leid und auch Verantwortung miteinander. Wichtig ist, dass wir miteinander und füreinander beten können. Es ist für uns auch wertvoll, Gottes Wort zusammen zu studieren und uns danach auszurichten.

Ich wünsche unserer Gemeinde, dass sie noch vielen Menschen eine Heimat und ein Wegweiser zur ewigen Heimat werden kann.

Ein jüngeres Ehepaar:

Wie die Henne ihre Kücklein sammelt, soviel bedeutet uns die Gemeinde: Schutz, Wärme, Deckung und Geborgenheit. Dadurch wird uns immer neue Ausrüstung und Kraft geschenkt.

Eine Mutter von drei Kindern:

In der Gemeinde fühle ich mich wohl, weil Jesus das Haupt ist. Ich darf Schüler sein und lernen in Verkündigung und Gemeinschaft. Dabei werde ich ausgerüstet zum Dienen.

Ich wünsche uns als Gemeinde, dass wir in der Freiheit des Geistes die Lehren des Neuen Testamentes befolgen, um so am Aufbau der grossen Gemeinde mitzuhelfen.

Eine Sekretärin:

Die Gemeinde ist mir eine geistliche Schule; darin gilt es, Freude und Enttäuschungen zu durchleben. Ich erlebe in der Gemeinde einen Vorgeschmack (Vorahnen) der Ewigkeit, dies besonders beim Abendmahl.

Was wünsche ich der Gemeinde? Dass sie am Weinstock bleibt und viel Frucht bringt.

Eine jüngere Hausfrau:

Was ich der Gemeinde wünsche: Erkennen und Bekenntnis unserer Sünden in Reue und Busse vor unserem Herrn, dass wir als begnadigte Sünder die Gabe des heiligen Geistes empfangen dürften und eine Zufluchtsstätte für die Mühseligen und Beladenen unserer Zeit werden dürfen.

Eine Sonntagschul-Mitarbeiterin:

... Es scheint mir wichtig, einer Gemeinde anzugehören, um Schönes wie auch weniger Schönes mit ihr zu tragen und nicht ein «Sommervögeli-Christentum» zu praktizieren.

Der Gemeinde wünsche ich zu ihrem Jubiläum viel Liebe, Freude, Friede, Geduld, Kraft und auch Zeit, um allen ihren Aufgaben gerecht zu werden.

Eine Köchin:

Ich wünsche der Gemeinde, dass sie noch wachsen und Vielen zum Segen werden darf.

Eine Hausfrau:

Die Gemeinde soll ein Ort der Geborgenheit sein. Sie soll die Fähigkeit haben, auch die schwachen und andersartigen Glieder zu tragen. Menschen in Not sollen wissen, dass sie von der Gemeinde im Gebet getragen werden.

Was wünsche ich der Gemeinde? – Mehr tragende Liebe.

Eine berufstätige Frau:

... Ich habe in den vergangenen Jahren viel Segen empfangen und in diesem Kreis von Gläubigen eine geistliche Heimat finden dürfen. Es ist mein erstes Anliegen, dass unsere Gemeinde in der Zukunft innerlich wachsen und auch nach aussen sich entfalten möge, damit es für unsere Umgebung eine Aufforderung zur Nachfolge unseres Herrn und Meisters Jesus Christus werden darf.

Ein Brüderrat:

... Wir sind alle Glieder eines Leibes, die zusammengehören, ein Ganzes bilden und nicht getrennt ...

... leben können. So sollen wir als Gemeindeglieder versuchen, nicht Mit-Glieder zu sein, sondern Leib-Glieder, die miteinander leben, die einander verstehen, die miteinander Leid und Freude teilen.

Was kann ich der Gemeinde Besseres wünschen als die Liebe, wie sie uns Jesus vorgelebt hat, und echte Gemeinschaft unter dem Kreuz unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi?

Ein Gemeindeglied, das wieder zurückfand:

Durch diese grosse Not wurde ich allmählich zur Busse und zu einer bewussten Hinkehr zu Jesus geführt. Mein Weg zum Einkaufen führt mich nahe an der Kapelle vorbei... Ich wurde an Psalm 27,4 erinnert, wo David sagt, dass er im Hause des Herrn bleiben möchte sein Leben lang, um die schönen Gottesdienste zu schauen. Ein ähnliches Sehnen war in mir aufgebrochen, und wie freute ich mich darüber, als ich wieder einen Gottesdienst besuchen konnte.

Was ich unserer Gemeinde wünsche: noch mehr Hunger nach Gottes Wort und dass Gottes Geist mächtig unter uns und durch uns wirken möge.

Eine Hausfrau:

Ich wünsche unserer Gemeinde viel Verbundenheit und Liebe untereinander, damit noch viele durch unseren Wandel ermuntert werden, Jesus als ihren Retter anzunehmen. Mögen wir von 1. Kor. 13,4-7 geleitet werden:

«Die Liebe ist langmütig und freundlich. Die Liebe ist nicht neidisch und prahlt nicht. Sie tut nicht gross und ist nicht aufgeblasen. Sie verletzt nicht den Takt, sie ist frei von Selbstsucht. Sie kennt keine Bitterkeit, sie trägt nichts Böses nach, sie hat kein Gefallen am Unrecht, sie freut sich aber der Wahrheit. Alles trägt sie, alles glaubt sie, alles hofft sie, alles duldet sie.»

UM UNS HERUM

Wenn wir nach links und rechts blicken, dann sehen wir, dass wir längst nicht alleine dastehen. Wir freuen uns über den freundschaftlichen Kontakt mit Kirchen, Gemeinden und christlichen Werken in der näheren und weiteren Umgebung. Es bestehen auch manche Querverbindungen zu ihnen. Die Vielfalt christlicher Gruppierungen wird nebst den positiven Aspekten auch als notvoll empfunden. Wir hoffen, dass es uns in Zukunft gelingt, mehr zum gegenseitigen Verständnis und zum gemeinsamen Ausrichten des Zeugnisses von Jesus Christus beizutragen.

Das Missionswerk St. Chrischona

Ganz besondere Bedeutung hat für unsere Zugehörigkeit zum Missionswerk St. Chrischona. Die Chrischona-Gemeinden (in der Schweiz 63) bilden zusammen mit dem Missionsseminar ein freies Gemeinschaftswerk innerhalb der evangelischen Allianz. St. Chrischona liegt auf dem höchsten Punkt des Kantons Basel-Stadt.

(Foto-Unterschrift: Kirche St. Chrischona)

Die frühere Wallfahrtskirche wurde zur Geburtsstätte des Missionswerkes, das 1840 von Christian Friedrich Spittler gegründet wurde. Als Mitbegründer der Basler Mission wollte er dafür sorgen, dass die Bewohner der sog. christlichen Länder dem Glauben nicht wieder entfremden. Mit diesem Ziel gründete er das Prediger- und Missionsseminar. Dort werden in einer vierjährigen, theologischen Ausbildung junge Männer für den Dienst der inneren und äusseren Mission ausgebildet (1978: 105 Seminaristen in vier Klassen). Im Lauf der Jahrzehnte weitete sich das Werk aus. In der Bibelschule für Töchter bereiten sich z. Zt. 68 Schülerinnen für den Gemeinde- und Missionsdienst vor. Die Ausbildungszeit beträgt zwei Jahre und kann durch ein einjähriges Katechetisches Seminar erweitert werden.

Die Schwestern des Diakonissenwerkes sind in der Kranken- und Alterspflege, im Missionsdienst und in der Kinder-, Fürsorge- und Gemeindearbeit tätig. Verschiedene Erholungsheime bieten bei günstigen Pensionspreisen geistliche und leibliche Zurüstung im Stress unserer Zeit.

Jugendheime in der französischsprechenden Schweiz und in Zürich geben den jungen Menschen die Möglichkeit, in ihrer Ausbildungszeit Gemeinschaft unter Christen zu erfahren.

Der Verbreitung christlicher Literatur dienen der Brunnen-Verlag in Giessen (BRD) und Basel und die Buchhandlungen in Basel und Wil SG.

Tätigkeit in andern Ländern:

  • Deutschland: 42 Gemeinden, verschiedene Heime, Buchhandlungen

  • Elsass: 7 Gemeinden, 1 Ferienheim, 1 Altersheim

  • Südafrika: Stadtmissionsarbeit unter Deutschsprechenden in Johannesburg, Kapstadt und Windhoek

  • Äthiopien: Seit 1855 arbeiten Missionare von St. Chrischona in Äthiopien. Infolge der politischen Unruhen mussten 1977 alle zurückgezogen werden. Sie haben nun z.T. in anderen Ländern ihren Dienst aufgenommen, bis auf eine Missionarin, die wieder nach Äthiopien ausreiste.

Ehemalige Seminaristinnen und Bibelschülerinnen von St. Chrischona tun ihren Dienst weltweit in Dutzenden von verschiedenen Missionen, Kirchen, Gemeindeverbänden und anderen christlichen Werken. Eine besondere Verbindung besteht zur Überseeischen Missionsgemeinschaft (ÜMG), die in Ostasien arbeitet.

Wir freuen uns, als Gemeinde unseren Platz im Missionswerk St. Chrischona zu haben. Zusammen mit unsern Schwestergemeinden haben wir teil an dessen vielfältigem Dienst.

"Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat."

1. Petr. 4, 10

GEMEINDE

Mit der Brücke haben wir begonnen: hier soll nun der Kreis geschlossen werden.

Gemeinde Jesu Christi ist Gottes Brückenkopf in einer gottentfremdeten Welt. Durch die Gemeinde redet Gott zu den Menschen, indem er ihre Glieder seine Zeugen und Träger seines Wortes sein lässt. Mehr noch: die Gemeinde soll in dieser Welt Gottes Liebe anschaulich und greifbar darstellen. Sie soll lebendige Einladung in Gottes Reich hinein sein. Sie hat den Auftrag, die Herrschaft Gottes zu proklamieren. Es gibt in diesem Leben nichts Grösseres als die Zugehörigkeit zu Jesus Christus und zu seiner Gemeinde!

Was verbindet uns als Glieder der Gemeinde? Es ist das Werk der Neuschöpfung, das Gott durch das Wirken seines Geistes an uns begonnen hat. Als Dank wollen wir den Ruf unseres Herrn ernst nehmen: «Folget mir nach!»

Nachfolger Jesu sein heisst: tun, was er tat; also Brücken schlagen. Brücken der Liebe hin zu den Menschen. Hin zu denen, die nach Liebe hungern, zu denen, die nach Lebenserfüllung suchen, zu denen, die selbstsicher ihre Programme verwirklichen, zu den Enttäuschten und Begeisterten, zu den Kranken und Gesunden. Sie alle brauchen die Botschaft der Liebe Gottes. Sie alle brauchen das Wort der Wahrheit.

Brücken bauen nicht nur nach aussen, auch nach innen: zueinander. Einander suchen und finden, einander verstehen und helfen – gelebte Gemeinschaft.

Das Anpacken unseres Auftrages als Gottes Brückenbauer bringt es mit sich, dass Gemeinde immer Bauplatz ist. Was tut es, wenn wir uns da auch etwa mit Staub und Schutt herumschlagen müssen. Es ist ein grosses Werk im Entstehen!

Jedes Gemeindeglied hat von Gott Gaben, Fähigkeiten empfangen, die zum Wohle des Ganzen eingesetzt werden sollen. Diese Gaben müssen entdeckt, geweckt und gefördert werden. Wo die Vielfalt der Gaben eingesetzt wird, ist eine gesunde Entfaltung der Gemeinde und ihres Auftrages möglich: der eine findet schnell Kontakt mit Menschen, dem andern geht leicht etwas aus der Feder aufs Papier. Der eine kann planen, organisieren, sicher auftreten; der andere hat die persönliche Gabe und Möglichkeit, für andere im Gebet einzustehen; da ist einer mit handwerklichem Geschick und praktischen Ideen und dort eine Mutter, die ihr Heim zu einem Ort der Geborgenheit macht, nicht nur für die Ihren, sondern auch für andere, die es nötig haben. Während einer die Gabe hat, Gottes Wort öffentlich weiterzusagen, hilft ein anderer dem einzelnen seelsorgerlich zurecht, vom gleichen Herrn dazu ausgerüstet. Die Vielfalt ist gross. Unterschiedlich ist auch das Mass der Leistungsfähigkeit. Es braucht gegenseitiges Verstehen und Anerkennen, auch gesunde Selbsteinschätzung.

Vielleicht ist Ihnen beim Lesen dieser Jubiläumsschrift etwas aufgefallen, eine kleine Namensänderung von:

Chrischona-Gemeinschaft zu Chrischona-Gemeinde.

Gemeinschaft soll weiter unser Kennzeichen bleiben. Je mehr wir Gott an uns wirken lassen und je mehr wir Arbeitsgemeinschaft auf Gottes Bauplatz sind, desto mehr wird auch die Gemeinschaft in den Feierstunden (Gottesdienste) tief und echt sein.

Die Bezeichnung Gemeinde hat im Neuen Testament eine doppelte Bedeutung: einmal wird damit auf die grosse, weltweite Gemeinde hingewiesen, dann aber auch auf die vielen kleinen Einheiten, in die sie sich aufgliedert und durch die Gemeinde sichtbar und erlebbar wird. Als ein kleiner Teil des Ganzen, als kleines Glied am Leib Jesu Christi auf dieser Erde wollen wir unseren Auftrag erfüllen, geführt und getragen von ihm, dem Haupt.


100 Jahre Chrischona-Gemeinde Brugg

PDF Ansehen

1903 – 2003

Jesus bewegt

Inhalt / Inhaltsverzeichnis

  • Editorial (S. 3)

  • 100 Jahre Chrischona-Gemeinde Brugg (S. 4)

  • Evangelische Freikirche Chrischona (S. 5)

  • Evangelische Freikirche Chrischona Brugg (S. 6)

  • Gottesdienste (S. 7)

  • Kleingruppen (S. 8)

  • Kreativ-Teams und Medien (S. 9)

  • Kinderarbeit (S. 10)

  • Jugendarbeit (S. 11)

  • Senioren (S. 12)

  • Seelsorge (S. 13)

  • Arbeiten im Hintergrund (S. 14)

  • Sekretariat und Finanzen (S. 15)

  • Gemeindeleitung (S. 16)

  • Vision und Auftrag (S. 17)

  • Geschichtliches (S. 18–19)

  • Unsere Prediger (S. 20)

  • Jesus ganz persönlich (S. 21–23)

  • Informationen (S. 24)

Impressum

  • Text: Bernhard Ganz, Susanne Dietiker, Fenster zum Sonntag

  • Gestaltung: Andreas Dietiker

  • Herausgeber: Chrischona-Gemeinde Brugg

Editorial

Könnten wir die letzten 100 Jahre dieser Gemeinde im Zeitraffer anschauen, würden wir staunen, was Jesus in vielen Menschen bewegt hat. Gott veränderte Menschen und tat Wunder. Bei dem einen oder anderen würde es heute wohl den Wunsch wecken: «Diesen Gott möchte ich erleben und für ihn möchte ich leben.»

Voller Dankbarkeit stehen wir vor unserem grossen und lebendigen Gott. Wir danken ihm für sein Führen, sein Wirken und Stützen durch gute und schwere Zeiten.

Ein Jubiläum sollte aber nicht nur aus einem Rückblick bestehen. Es muss mit der Gegenwart und der Zukunft zu tun haben. Dazu gehört eine Vision für die Zukunft, aber auch die selbstkritische Standortbestimmung. Wir haben als christliche Kirche auch einiges versäumt. Die Kirche ist in der Schweiz weitgehend zu einem Stück Museum geworden. Es sind nur noch ca. 4–6% der Bevölkerung, die sich ernsthaft dafür interessieren. Mir scheint, wir haben zu lange an gegebenen Formen und Gewohnheiten festgehalten, diese auf Kosten des wirklichen Lebens weitergeführt. Formen ohne erneuernde Kraft laufen aus. Wenn wir es aber wagen, sie anzupassen, ohne den wirklichen Inhalt preiszugeben, gewinnt die Gemeinde an heilender und lebensverändernder Kraft.

Ich denke, wir rechnen zu wenig ernsthaft mit dem Potential, das Gott zum Wohl der Menschen in die christliche Gemeinde hineingelegt hat. Gott schickte seinen Sohn zu uns – aus Liebe. Jesus verliess den sicheren Ort der Geborgenheit und kam in unsere kranke Gesellschaft. Er machte deutlich, was Liebe ist und wie Gott uns liebt. Er brachte die Botschaft der Vergebung, der Versöhnung und machte für jeden einen Neuanfang möglich.

Diese Botschaft legte er in die Kirche. Sie hat die Kraft von Gott, um lebenserneuernde Gemeinschaft zu bilden. Jesus bewegt. Er verändert und erneuert heute noch Menschen. Darum soll das Jubiläum nicht nur Rückblick sein. Es soll uns helfen neu zu sehen, was Jesus in die Gemeinde gelegt hat. Er ist die Hoffnung für eine Welt, die Hilfe nötig hat. Heute noch! Mit dieser Vision und Hoffnung wollen wir in die Zukunft gehen.

100 Jahre Chrischona-Gemeinde Brugg

Am Anfang war...

Drehen wir am Rad der Zeit: 3. Mai 1903. Fünfundvierzig Frauen und Männer gründen die «Chrischona-Gemeinschaft Brugg». Mit fünf Rappen pro Tag und Familie hatten sie jahrelang den Bau einer Kapelle unterstützt.

Was waren die Beweggründe, eine eigene Gemeinschaft, ein eigenes «Gotteshaus» zu bauen? Diese Menschen verstanden Gottes Wort, die Bibel, als Glaubens- und Lebenshilfe. Sie hatten das Verlangen, ihren Glauben gemeinsam zu leben.

Die damals in der Staatskirche weit verbreitete liberale Bibelkritik verunmöglichte ihnen ein Heimischwerden in der Kirche. So schlossen sie sich der 1840 vom Basler Christian Friedrich Spittler gegründeten Pilgermission St. Chrischona an.

Evangelische Freikirche Chrischona

Chrischona – eine Bündner Spezialität oder ein indischer Guru?

Weder noch! Chrischona ist eine Freikirche, die ihren Namen vom Gründungsort, dem Berg St. Chrischona bei Bettingen (Basel) hat. Sie gehört zur Schweizerischen Evangelischen Allianz, zu der sich beispielsweise auch die Heilsarmee zählt.

Die über 100 Schweizer Chrischona-Gemeinden sind in einem Verein zusammengeschlossen, welcher als ein Bereich zum Gesamtwerk der Pilgermission St. Chrischona gehört.

Der Verband der Pilgermission St. Chrischona besteht heute aus:

  • den Chrischona-Gemeinden in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, Namibia und Südafrika

  • dem Theologischen Seminar St. Chrischona (TSC)

  • dem Brunnen-Verlag in Basel und Giessen sowie zahlreichen Buchhandlungen in der Schweiz und in Deutschland

  • Ferienhotels und Jugendwohnheimen in der Schweiz, in Deutschland und Frankreich

  • dem Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona

  • der Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel (amzi)

Evangelische Freikirche Chrischona Brugg

Evangelische Freikirche Chrischona Brugg heute

Sonntagmorgen, kurz vor halb zehn Uhr. Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen jeden Alters streben zum Vereinsweg 10 in Brugg. Die Kinder verschwinden im Untergeschoss. Sie sind gespannt auf ihren Kids-Treff. Jugendliche setzen sich im hellen Saal zusammen. Gelächter und allerlei Sprüche verraten ihre Ecke. Gesetztere Semester unterhalten sich dezenter, aber nicht weniger angeregt, bis Musik langsam Ruhe bringt.

Wir feiern Gottesdienst, d.h., wir geniessen, was Musiker und Musikerinnen, manchmal auch Schauspieler und Schauspielerinnen aus der Gemeinde uns spielen. Wir singen, beten, hören auf Worte aus der Bibel und auf eine Predigt, je nachdem auch auf Lebensgeschichten voneinander. Regelmässig feiern wir Abendmahl, oder wir bleiben nach dem Gottesdienst noch auf einen Schwatz bei einem Apéro oder «Stehkaffee».

Ausser dem Predigtteil werden alle Dienste ehrenamtlich von Gemeindegliedern übernommen.

Der Sonntag ist uns lieb und wichtig. Doch wir sind keine Sonntagmorgen-Kirche. Leben teilen wir auch im Alltag. Mehr davon auf den folgenden Seiten.

Gottesdienste

  • Gottesdienst: Normalerweise findet der Gottesdienst am Sonntag um 9.30 Uhr im Saal am Vereinsweg 10 statt. Parallel dazu Kinderhort, Kids-Treff und T-Pot (Unterricht für Jugendliche). (Siehe auch Kirchenzettel-Publikationen in der Zeitung.)

  • Rendezvous um halb elf: Dieser Gottesdienst steht ganz unter dem Motto «Begegnung»: Begegnung mit einem Referat zu einem bestimmten Thema, Begegnung mit anderen Menschen, mit Gott, mit sich selber. Dieser Anlass eignet sich gut, um einmal bei uns herein zu schauen.

  • Praise Night: Der Gottesdienst von Jugendlichen aus verschiedenen Freikirchen für Jugendliche. Ungefähr einmal im Monat, jeweils am Samstagabend. Hier geht es schon mal etwas lauter und bunter zu und her. Im Kern aber bleibt das Ziel, dass Jesus uns begegnen soll.

Kleingruppen

  • Hausbibelkreise: Alle zwei Wochen treffen wir uns in sogenannten Hausbibelkreisen. Gemeinsam werden Bibeltexte gelesen. Wir versuchen, sie in unser Leben, in unsere Situation hinein zu verstehen, daraus zu lernen. Wir geben und nehmen Anteil an unserem Ergehen, beten auch zusammen. Es wird gesungen, musiziert, gelacht, aber auch Gefühle wie Trauer oder Ärger haben ihren Platz.

  • Bicos (Biblecorners): In den Bicos treffen sich die Jungen. Auch sie haben die Bibel als spannendes Buch entdeckt. Gemeinsam tauschen sie darüber aus, wie der christliche Glaube zeitgemäss gelebt werden kann und teilen so ein Stück Leben. Daneben spielen sie gerne mal Billard oder Mini-Golf, besuchen ein Konzert oder gehen zusammen ins Kino.

«Kleingruppen haben eine besondere Bedeutung für die Gemeinde. In den überschaubaren Gruppen können tragende Beziehungen wachsen und vertieft werden. So dienen sie dem Einzelnen in schwierigen Situationen als tragfähiges Beziehungsnetz.»

Kreativ-Teams und Medien

  • Creart und Theatergruppe: Wer die musischen Seiten des Lebens liebt, könnte sich im Creart, unserem kleinen, feinen Chor oder in der Theatergruppe wohl fühlen. Beide Teams verwöhnen uns ab und zu im Gottesdienst mit ihren Künsten.

  • Dekor- und Schaukastenteam: Verwöhnt wird die Gemeinde immer auch vom Dekor-Team, das den Saal mit herrlichen Blumenarrangements oder sonst fantasievoll schmückt. Fantasie und Liebe zum Detail stecken ebenso in der Arbeit für unseren Schaukasten. Beachten Sie ihn im Vorbeigehen vor dem Gemeindehaus.

  • Medien: Alle drei Monate erscheint unser Gemeinde-forum. Nebst dem Artikel unseres Predigers zu einem Gemeindethema finden sich darin vor allem persönliche Berichte von Gemeindegliedern. Aktuelle Informationen werden intern mit Flyers und per E-Mail weitergeleitet. Zum Teil finden sich diese auch auf unserer hauseigenen Website: www.chrischona.ch/brugg/.

Kinderarbeit

  • Jungschar: Unsere Jungschar bietet momentan ca. 25 Kindern ein mega tolles Programm. Die Leiter hecken ihre Pläne aus und begeistern damit samstags alle zwei Wochen die Kinder (und deren Eltern).

    «Ich mag die lässigen Lieder und die biblischen Geschichten. Am liebsten tobe ich mit den anderen im Wald herum.»

  • Kids-Treff: Der Kids-Treff findet sonntags statt, jeweils während dem Gottesdienst. Kinder ab ca. fünf Jahren hören Geschichten, basteln, diskutieren, singen und musizieren. Sie feiern so ihren ganz eigenen Gottesdienst.

  • Kinderhort: Kleinere Kinder werden am Sonntagmorgen im Kinderhort betreut.

    «Als Eltern schätzen wir das: Einfach einmal für eineinhalb Stunden ungestört zuhören und mitfeiern dürfen. Unsere Kleinen wissen wir in dieser Zeit liebevoll betreut.»

Jugendarbeit

  • Jugendmitarbeiter: Zur Zeit hat die Gemeinde einen Studenten von IGW (Institut für Gemeindebau und Weltmission) angestellt, der in Teilzeit vor allem für unsere Jugendarbeit zuständig ist. Sein Anliegen:

    «Ich möchte Jugendliche für Jesus Christus begeistern und mit ihnen zusammen vorwärts gehen.»

  • T-Pot: T-Pot steht als Abkürzung für Teenager – people of today (Jugendliche – Menschen von heute). T-Pot steht bei uns für das, was allgemein unter Präparanden- und Konfirmandenunterricht bekannt ist.

  • Teenieclub (TC): Teenies ab etwa 13 Jahren finden sich im Teenieclub.

  • Bico und Praise Night: (Siehe Seiten 7 und 8).

Senioren

Ein bewährtes Team organisiert abwechslungsreiche, je nachdem informative, gesellige oder eher gottesdienstliche Anlässe für ältere Menschen.

Senioren aus unserer Gemeinde treffen sich auch regelmässig zu Bibelstunden und einem Nachmittagsgebet. Ausserdem haben Gemeindeglieder aus unserer Seniorengruppe im Altersheim Brugg einen Bibelgesprächskreis initiiert, der regen Zuspruch erfährt.

«Ich bin dankbar für das abwechslungsreiche Programm. Ich schätze den Meinungsaustausch untereinander und auch den Umstand, dass wir bei Fragen oder Problemen das Team als Anlaufstelle haben.»

«Es freut mich, jeweils an den Treffen teilnehmen zu können. Der Kontakt mit anderen Senioren der Gemeinde ist mir wertvoll. Dies fördert auch die gegenseitige Anteilnahme.»

«Wir sind mit dem Angebot für Senioren sehr zufrieden. Mehr wäre zu viel, da mein Mann und ich auch Zeit für uns selber brauchen.»

Seelsorge

Seelsorge, Lebensberatung, Begleitung

Ehrenamtlich ausgebildete Seelsorger und Seelsorgerinnen begleiten auf Anfrage Menschen in- und ausserhalb unserer Gemeinde.

«Denn ich bin der Herr, dein Gott. Ich nehme dich an deiner rechten Hand und sage: Hab keine Angst! Ich helfe dir.» (Die Bibel, Jesaja 41,13)

«Es wird dir nichts helfen, wenn du dir verbietest, die Person zu sein, die du jetzt bist – mit all dem, was in dir vorgeht. Gott wird dich sehr wohl aushalten. Es kommt nie gut heraus, wenn wir uns das Lebendig-sein verbieten.» (Hansruedi Bachmann)

«Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack des Chaos nehmen.» (Max Frisch)

«Gerade jene Steine, über die wir stolpern im eigenen Leben, werden uns zur Hilfe, Gott so zu sehen, wie er ist.» (Wolfgang Bittner)

Arbeiten im Hintergrund

Wenn Sie bis hierher gelesen haben, ahnen Sie, wie viele Menschen hier aktiv mitwirken. Es ist ein lebhaftes Miteinander, ohne das wir uns eine Gemeinde gar nicht vorstellen können. So manche Arbeit im Hintergrund gehört da noch dazu. Z.B. werden im und ums Gemeindehaus wöchentlich einige Stunden «verputzt». Immer wieder stehen Reparaturen und kleinere Renovationen an. In den Gottesdiensten geht ohne Technik fast nichts mehr. Vor allem unsere Jungen setzen sich mit Begeisterung hinter das Mischpult und herrschen von dort aus über Licht, Ton, Beamer, etc.

Von der Gemeindeversammlung gewählte Gemeindeglieder halten den Kontakt zum «Verein Chrischona-Gemeinden Schweiz» und vertreten uns an der Delegiertenversammlung. Ein anderes Team kümmert sich um Missionare und Missionarinnen im In- und Ausland und organisiert immer wieder verbindende Anlässe.

Sekretariat und Finanzen

Für all die anfallenden Sekretariatsarbeiten leisten wir uns seit einigen Jahren eine bezahlte Teilzeitstelle. Diese entlastet den Prediger, die Gemeindeleitung und die Teams wesentlich, so dass wir wieder mehr Zeit für unsere Kernaufgaben haben.

Ohne finanzielle Mittel würde auch der Rest der Arbeiten bald stillstehen. Unsere Bedürfnisse für Gehälter, Liegenschaft und die Betriebskosten werden ganz durch freiwillige Gaben gedeckt. Wir freuen uns, dass wir darüber hinaus auch das Werk der Pilgermission St. Chrischona und die äussere Missionsarbeit unterstützen können. Ebenso leisten wir unseren Beitrag an die zentralen Dienste des Vereins «Chrischona-Gemeinden Schweiz».

Gemeindeleitung

Die Chrischona-Ortsgemeinden werden durch eine Gemeindeleitung geleitet. Diese wird durch die Gemeindeversammlung, in der alle Mitglieder stimmberechtigt sind, gewählt.

Zur Zeit gehören der Gemeindeleitung acht Personen an:

  • Bernhard Ganz, Brugg (Prediger) – Verkündigung, Schulung, Leitung

  • Susanne Dietiker, Mülligen – Seelsorge, Interne Dienste

  • Fritz Hefti, Brugg – Technik, Finanzen, Projekte, Jugendarbeit

  • Hannes Keller, Riniken – Liegenschaft, Medien

  • Andreas Lüscher, Villnachern – Kinderarbeit, Jugendarbeit

  • Ueli Meyer, Vogelsang – Koordination, Mission

  • Erich Weidmann, Hausen – Kleingruppen

  • Margrit Zimmermann, Brugg – Gebetsgruppen, Seniorenarbeit, Diakonie

Vision und Auftrag

Vision und Auftrag unserer Gemeinde

Für unsere Gemeinde haben wir folgende Vision:

«Wir sind eine lebendige Gemeinde mit Ausstrahlung.»

Einerseits sind wir durch Jesus Christus «lebendig gemacht» und wir haben Ausstrahlung. Andererseits steht dieser Satz als eine Vision vor uns.

Ein fünffacher Auftrag hilft uns, auf dem Weg zu bleiben:

  1. Diakonie: Not sehen und helfen

  2. Evangelisation: Anderen Menschen den Glauben an den lebendigen Gott zugänglich machen

  3. Anbetung: Mit unserem Leben Gott ehren und anbeten

  4. Jüngerschaft: Im Glauben reifen und wachsen

  5. Dienst: Zur Mitarbeit bereit

Geschichtliches

Gemeindechronik

Was 1895 als Bibelstunde in einer Privatwohnung begann, entwickelte sich nach und nach zu einer Gemeinde. Zu ihr gehörten früher auch Aussenstationen wie Veltheim, Villigen, Vogelsang, Auenstein, Bözberg, Hottwil und Bözen. Von Brugg aus betreute man ebenfalls die Versammlungsorte Schöfflisdorf und Boppelsen (beide ZH), Niederlenz und Kölliken. Die vier letztgenannten wurden mit der Zeit selbständig oder schlossen sich in der näheren Umgebung einer Gemeinde an. Mit zunehmender Mobilität der Bevölkerung wurden die Aussenstationen geschlossen. Man fand sich auch aus den umliegenden Dörfern zum Gottesdienst in Brugg ein.

Erste umfangreiche Renovationsarbeiten am Gemeindehaus fielen 1954 an. Damals wurde auch der Keller aus- und eine Eingangshalle angebaut. Die zweite grosse Renovation fand 1997 statt. Der Saal wurde hell und freundlich umgebaut und mit modernen technischen Hilfsmitteln ausgestattet. Auch der zweite Stock, früher eine kleine Wohnung, erfuhr Veränderungen.

Im Laufe der Jahre ist unsere Gemeinde gewachsen. Im Saal des Gemeindehauses wurde es eng. Man prüfte verschiedene Möglichkeiten: das bestehende Haus nochmals ausbauen, ein grösseres Gebäude erwerben ... Schliesslich befand die Gemeindeversammlung, dass alle Bedürfnisse am besten mit einer Zellteilung abzudecken wären.

So entwickelte sich ab 1994 eine Tochtergemeinde in Schinznach-Dorf. Im Juni 1998 konnte die Verselbständigung gefeiert werden. Im Gewerbezentrum Tegerfeld in Schinznach-Dorf befindet sich nun das Evangelische Begegnungszentrum Chrischona.

Heute gibt es wieder Platz im Saal der Chrischona-Gemeinde Brugg. Unser aller Wunsch ist, dass sich die frei gewordenen Plätze wieder mit Menschen füllen, die eine Sehnsucht nach Gott haben und neu ihr Leben mit ihm und uns allen teilen möchten.

Unsere Prediger

Seit 1990 arbeiten Bernhard und Priska Ganz als Predigerehepaar in unserer Gemeinde.

Ehemalige Prediger der Chrischona-Gemeinde Brugg:

Bis heute dienten der Gemeinde 15 verschiedene Prediger und deren Frauen:

  • Friedrich Köhler (1895–1899)

  • Robert Maurer (1899–1905)

  • Hermann Zacher (1905–1915)

  • Johannes Surer (1915–1922)

  • Otto Zubler (1922–1930)

  • Emil Werthmüller (1930–1937)

  • Adolf Handschin (1937–1945)

  • Emil Heiniger (1945–1956)

  • Hans Wäfler (1956–1966)

  • Otto Schmid (1966–1973)

  • Paul Herren (1973–1979)

  • Georges Blaser (1979–1983)

  • Max Schneider (1983–1985)

  • Thomas Richner (1985–1990)

  • Bernhard Ganz (seit 1990)

(Foto: Priska und Bernhard Ganz mit ihren Söhnen Severin, Roman und Pascal.)

Jesus ganz persönlich

Wie ich ihn persönlich erleben kann

Eine Begegnung mit Gott ist eine gewaltige Sache. Aber sie ist auch etwas ganz Natürliches. Jeder Mensch sehnt sich nach etwas Höherem, etwas, das heiliger und grösser ist als er selber. Und auch Gott sucht die Beziehung mit uns. Er sehnt sich nach Menschen, die ihn aus freien Stücken lieben. Nur gibt es da ein Problem, denn zwischen Gott und uns gibt es einen markanten Unterschied, den alle sehen können, die mit offenen Augen durch die Welt laufen und ehrlich mit sich selber sind: «Nobody is perfect», keine und keiner ist perfekt – Gott hingegen schon. Eine unüberwindbare Kluft tut sich auf.

Mensch / ///////// / Gott

Wir werden es nie schaffen, vom ersten bis zum letzten Tag unseres Lebens ohne Fehl und Tadel zu leben. Wir haben Mängel an allen Ecken und Enden. Wenn wir am Ende abrechnen, steht unser Saldo immer im Minus.

Doch Gott will es nicht dabei bewenden lassen, denn er hat uns geschaffen. Wir gehören zu ihm. Nun bleibt Schuld aber Schuld, auch für Gott. Und die muss bezahlt werden. Einer muss für das Minus in unserem Leben aufkommen. Was Gott gemacht hat, um die Kluft zwischen ihm und uns zu überbrücken, das beschreibt die Bibel so:

«Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen eigenen Sohn für uns hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.» (Johannes Evangelium, Kapitel 3, Vers 16)

Der Sohn Gottes, von dem hier die Rede ist, ist Jesus. Er war ein Mensch aus Fleisch und Blut, einer von uns. Und trotzdem nicht nur. Einen Unterschied gab es: Er hatte keine Mängel. Er versagte sein ganzes Leben lang kein einziges Mal. Er blieb, wie die Bibel sagt, ohne Sünde. Also war Jesus einfach ein guter Mensch, ein weiser Lehrer oder ein Guru, wie manche sagen? Er war weit mehr als das. Denn als vollkommener Mensch und Gottes Sohn hat er die Kluft zwischen ihm und seinem Vater nie gekannt. Und deshalb konnte nur er die Brücke schaffen zwischen Gott und den Menschen.

Jesus nahm freiwillig unsere Fehler, unser Versagen, alle unsere Sünden auf sich und starb, stellvertretend für uns, wie ein Verbrecher an einem Kreuz. Er starb den Tod, den wir verdient hätten. Dadurch ist das Minus ausgeglichen. Jesus hat mit seinem Leben bezahlt. Die Kluft ist überwunden, ein für alle Mal, für jede einzelne Person auf dieser Welt, damals, heute und morgen.

Mensch / ///////// Jesus ///////// / Gott

Doch Jesus blieb nicht im Tod. Drei Tage später hat Gott ihn auferweckt. Er lebt. Das ist es, was an Ostern gefeiert wird. Jesus steht jetzt bei seinem Vater im Himmel für uns gerade. Er rechtfertigt uns nonstop. Der Zugang zu Gott ist offen.

Eine Bedingung gibt es allerdings. Kurse besuchen, viel Geld ausgeben, fleissig meditieren? Nein, viel einfacher. Erinnern Sie sich an den Vers aus dem Johannes Evangelium? «Wer an ihn glaubt...», heisst es da. Das ist die einzige Voraussetzung dafür, dass unsere Schuld vergeben wird und wir heute und für alle Ewigkeit mit Gott eine persönliche Beziehung haben können. Weder gute Taten noch sonst irgendetwas oder irgendwer wird uns die Tür zu Gott öffnen, ausser der Glaube daran, dass Jesus stellvertretend für unsere Schuld gestorben ist. Das ist es, was zählt.

Ein anderes Wort für Glauben ist Vertrauen. Gott möchte, dass Sie – wie es der Vers aus dem Johannes Evangelium sagt – ewiges Leben bekommen. Für immer Beziehung total!

Wenn Sie das wollen, wenn Sie Ihr Leben Gott anvertrauen möchten, dann sagen Sie es ihm einfach. Sie brauchen dazu kein spezielles Gebet. Sprechen Sie ihn einfach an. Er ist da, auch wenn Sie ihn nicht sehen. Sagen Sie ihm, dass Sie nicht mehr ohne ihn leben wollen, dass Sie zwar Fehler haben und machen, aber trotzdem eine Beziehung zu ihm möchten. Sagen Sie ihm, dass Sie begriffen haben, dass Jesus die Brücke zu ihm ist, weil er Ihre Schuld beglichen hat. Sagen Sie ihm, dass Sie dieses Geschenk gerne annehmen und lernen möchten, auf ihn zu vertrauen. Ein solches Gespräch mit Gott ist ein wichtiger Schritt auf ihn zu. Er wird Ihr Leben verändern.

(Text aus dem Buch: Fenster zum Leben, von Fenster zum Sonntag / TV-Reihe auf SF2)


© Chrischona-Gemeinde Brugg